Werbeerfolg von Werbeartikeln messen: So machen Sie den Erfolg Ihrer Werbeartikel sichtbar
Werbeartikel „fühlen sich“ oft erfolgreich an – aber für Budgetentscheidungen brauchen Marketing und Einkauf belastbare Zahlen. Mit einem durchdachten Setup lassen sich Werbemittel genauso präzise messen wie Online-Kampagnen: von Leads über Bestellungen bis hin zu Kontaktkosten und Markenwirkung.
Warum sollte man den Erfolg von Werbeartikeln messen?
Werbeartikel binden Budget – und sollen im Gegenzug messbaren Mehrwert liefern: mehr Sichtbarkeit, mehr Leads, mehr Umsatz, stärkere Kundenbindung. Eine saubere Erfolgsmessung hilft Ihnen:
- Budgets zu rechtfertigen und intern zu verteidigen,
- zwischen mehreren Werbeartikeln gezielt auszuwählen,
- wirkungslose Maßnahmen zu streichen und starke Ideen auszurollen,
- Werbeartikel mit Ihren Online- und Offline-Kampagnen zu verzahnen.
Wichtige Kennzahlen (KPIs) für Werbeartikel
Je nach Ziel Ihrer Aktion kommen unterschiedliche KPIs infrage:
- Response-Rate: Anteil der Personen, die auf einen Werbeartikel reagieren (z. B. Landingpage-Besuch, QR-Scan, Gutschein-Einlösung).
- Conversion-Rate: Anteil der Reaktionen, die zu einer gewünschten Aktion führen (z. B. Anfrage, Bestellung, Newsletter-Anmeldung).
- Kosten pro Lead (CPL): Gesamtkosten der Aktion geteilt durch die Anzahl neuer Kontakte.
- Kosten pro Bestellung / Abschluss (CPA): Kosten im Verhältnis zu generierten Verkäufen.
- Nutzungsdauer & Kontaktanzahl: Wie oft und wie lange der Artikel genutzt wird (z. B. tägliche Nutzung einer Tasse, wöchentliche Nutzung einer Tasche).
- Markenwahrnehmung & Zufriedenheit: Qualitatives Feedback zu Wertigkeit und Passung des Artikels.
Messmethode 1: Tracking über Codes, QR-Codes & Landingpages
Eine der einfachsten und zugleich genauesten Methoden: Sie verknüpfen den Werbeartikel mit einer eindeutigen Aktion im Digitalen.
- Individuelle Gutscheincodes: Jeder Werbeartikel oder jede Kampagne erhält einen spezifischen Code (z. B.
MESSE2025). So sehen Sie, wie viele Bestellungen direkt über den Artikel ausgelöst wurden. - QR-Codes: Aufdruck eines QR-Codes, der auf eine spezielle Landingpage führt. In Ihrem Web-Analytics-Tool sehen Sie dann genau:
- Anzahl der Scans / Besucher,
- Verweildauer,
- Conversions (z. B. Downloads, Anfragen, Registrierungen).
- Individuelle URLs oder Kurzlinks: Statt eines allgemeinen Links nutzen Sie einen speziellen Kampagnenlink (z. B.
ihre-domain.de/messe), den Sie ausschließlich auf Werbeartikeln einsetzen.
Beispiel:
Sie verteilen auf einer Messe 500 individuell gebrandete Notizbücher mit QR-Code. Über diesen QR-Code kommen 120 Besucher auf eine Landingpage, 30 davon fordern ein Angebot an. Das entspricht einer Response-Rate von 24 % (120/500) und einer Conversion-Rate von 25 % (30/120) bezogen auf die Landingpage.
Messmethode 2: Leads & Vertriebs-Chancen auswerten
Besonders im B2B-Bereich ist spannend, was nach der ersten Reaktion passiert: Wer wurde zum echten Lead, wer zum Kunden?
- Verknüpfen Sie Werbeartikel-Aktionen in Ihrem CRM mit:
- Entstandenen Leads,
- Qualifizierten Opportunities,
- Gewonnenen Deals / Projekten.
- Taggen Sie Kontakte im CRM mit Kampagnennamen (z. B. „Werbeartikel-Box Onboarding Q2“ oder „Messe XY – Sonderanfertigungs-Geschenk“).
- Werten Sie nach einigen Monaten aus, welcher Umsatz direkt oder indirekt auf die Aktion zurückgeht.
Beispiel:
Sie verschicken 200 hochwertige Sonderanfertigungs-Geschenkboxen an Top-Kunden. 40 Empfänger melden sich daraufhin zurück, 10 Projekte werden neu beauftragt. Aus diesen Projekten entstehen 150.000 € Umsatz. Bei Gesamtkosten der Aktion von 15.000 € liegt das Verhältnis bei 1:10 – ein sehr guter ROI für ein haptisches Mailing.
Messmethode 3: Rücklaufquoten bei Aktionen & Mailings
Wenn Werbeartikel mit einer konkreten Aktion kombiniert werden (z. B. Gewinnspiel, Testzugang, Feedback-Aktion), lässt sich die Rücklaufquote klar messen:
- Wie viele Empfänger reagieren auf ein Paket mit Werbeartikel und persönlichem Anschreiben?
- Wie viele Messekontakte kommen nach einem Giveaway auf Sie zurück?
- Welche Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen Artikeln oder Zielgruppen?
Durch A/B-Tests (z. B. zwei verschiedene Werbeartikel bei gleicher Zielgruppe) können Sie zudem herausfinden, welche Variante besser performt.
Messmethode 4: Social-Media-Effekte & organische Reichweite
Auffällige oder besonders liebevoll gestaltete Werbeartikel landen häufig auf Social Media – gerade, wenn sie:
- visuell spannend sind (z. B. Produktnachbildungen, Maskottchen, Sonderformen),
- eine starke Story haben (nachhaltig, sozial, lokal produziert),
- Teil eines Gewinnspiels oder einer Challenge sind.
Über Hashtags, Markierungen Ihrer Marke und getrackte Links können Sie erfassen:
- Anzahl der Posts und Erwähnungen,
- Reichweite und Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares),
- Traffic von Social Media auf Ihre Kampagnenseiten.
Messmethode 5: Nutzungsdauer & Kontaktkosten
Werbeartikel haben eine große Stärke: Sie erzeugen langfristige, wiederkehrende Markenkontakte. Eine Tasse, eine Trinkflasche oder eine Laptop-Tasche begleitet Ihre Zielgruppe im Alltag oft über Monate oder Jahre. Das lässt sich zwar nicht sekundengenau, aber sehr gut überschlägig kalkulieren.
Beispielrechnung:
Sie geben 1.000 hochwertige Kaffeebecher als Werbeartikel aus. Die Gesamtkosten (Produktion, Veredelung, Versand) betragen 5.000 €. Konservativ angenommen nutzt jede Person ihren Becher 250 Mal (ein Jahr lang, fünf Tage pro Woche).
Das ergibt:
- 1.000 Becher × 250 Nutzungen = 250.000 Markenkontakte.
- Kosten pro Kontakt: 5.000 € / 250.000 = 0,02 € pro Sichtkontakt.
Zum Vergleich: Viele Online-Anzeigen liegen pro Sichtkontakt deutlich höher – verschwinden dafür aber nach Sekunden wieder aus dem Blickfeld. Der Becher bleibt auf dem Schreibtisch stehen.
Qualitative Messung: Wahrnehmung & Markenpassung
Neben harten Zahlen ist auch das subjektive Erleben wichtig. Fragen Sie z. B.:
- Wie wird der Werbeartikel von Kunden oder Mitarbeitenden wahrgenommen?
- Wirkt er wertig und passend zur Marke oder eher „billig“?
- Fühlt sich das Geschenk persönlich & durchdacht an oder austauschbar?
Solches Feedback können Sie über kurze Umfragen, Gespräche im Vertrieb oder interne Feedbackrunden sammeln – besonders bei Sonderanfertigungen und Premium-Geschenken.
Best Practices: So holen Sie das Maximum aus Ihrer Werbeerfolgsmessung
- Schon beim Briefing Ziel & KPI festlegen: Geht es um Leads, Branding, Kundenbindung oder Recruiting?
- Werbeartikel immer mit einer klaren Aktion verknüpfen: QR-Code, Landingpage, Code, Gewinnspiel, Terminbuchung.
- CRM & Web-Analytics einbinden: Kampagnen sauber taggen und nachverfolgen.
- A/B-Tests nutzen: Zwei unterschiedliche Artikel oder Botschaften testen und vergleichen.
- Sonderanfertigungen gezielt tracken: Gerade bei individuellen Produkten lohnt sich die saubere Erfolgsmessung besonders, weil hier oft höhere Stückpreise, aber auch deutlich stärkere Wirkung entstehen.
Fazit: Werbeartikel sind messbarer, als viele denken
Mit der richtigen Kombination aus Tracking, CRM-Auswertung, Social-Media-Beobachtung und Nutzungsdauer-Betrachtung können Sie den Erfolg Ihrer Werbeartikel sehr transparent darstellen. Statt „Bauchgefühl“ bekommen Sie belastbare Zahlen – und können zukünftige Maßnahmen gezielt optimieren.